HOCHSCHULGRUPPEN DES KIT VERANSTALTEN INFORMATIONS- UND DISKUSSIONSABEND ZUM JAHRESTAG DER SYRISCHEN AUFSTÄNDE

Anlässlich des zweiten Jahrestages der Aufstände in Syrien veranstaltete die Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe zusammen mit der Amnesty International Hochschulgruppe Karlsruhe und den Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung am vergangenen Freitag einen Informations- und Diskussionsabend um auf das Schicksal der syrischen Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Über 80 Teilnehmer*innen besuchten die Veranstaltung am Campus-Süd des KIT.

Patricia Günther, Hebamme bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, berichtete zu Beginn der Veranstaltung von ihren umfangreichen Erfahrungen aus Syrien. Sie zeichnete ein erschreckendes Bild von der Lage vor Ort: „Es war bislang der schwerste Einsatz für mich. Immer wieder hörten wir Flugzeuge über uns und kurz darauf Bombeneinschläge. Aber auch in den Flüchtlingslagern ist die Not groß. Davon sind vor allem die Kinder betroffen.“

Die Arbeit der Helfer*innen vor Ort werde trotz der politischen Neutralität ihrer Organisation durch Drohungen und Repressalien erschwert. In den Krankenhäusern und Flüchtlingslagern fehle es an allem.

Jürgen Blechinger, Flüchtlingsexperte der evangelischen Landeskirche, ergänzte nach dem Bericht von Patricia Günther mit Informationen über die rechtliche Situation der Flüchtlinge. Zwar würden auch in der EU bereits syrische Flüchtlinge aufgenommen, aber die rechtlichen Hürden seien nach wie vor groß. Deutschland nehme im Vergleich zu anderen Staaten wie Schweden und den USA nur wenige Flüchtlinge auf.

Gemeinsam mit Ahmad Aboustif, Vorsitzender des Vereines „Karlsruhe hilft Syrien“ und Parsa Marvi, SPD-Bundestagskandidat aus Karlsruhe wurden in der anschließenden Diskussionsrunde Fragen aus dem Publikum erörtert. Ahmad Aboustif berichtete vom Kontakt zu seinen Angehörigen in Aleppo und von seiner Arbeit im Verein. Parsa Marvi, der selbst als Kind mit seinen Eltern aus dem Iran fliehen musste, erzählte von dieser bis heute prägenden Erfahrung. In der Diskussion wurden unter anderem Möglichkeiten für ein größeres Engagement Deutschlands in der Flüchtlingsfrage ausgelotet und kritisch über eine Intervention in Syrien gesprochen. Auch Handlungen der Opposition in Syrien wurden vom Publikum kritisch kommentiert. So entstand ein differenziertes Bild des Konfliktes, das deutlich machte, dass eine einfache politische Lösung nicht auffindbar sein wird.

Martin Sand, Pressesprecher der Juso-Hochschulgruppe, zog ein appellierendes Resümee am Ende der Veranstaltung: „Ungeachtet der politischen Verwicklungen im Land zeigt sich, dass einiges getan werden kann und muss um der syrischen Zivilbevölkerung und den Flüchtlingen zu helfen. Das kann zum einen durch finanzielle Unterstützung der Flüchtlingslager und den dort engagierten Hilfsorganisationen, aber auch durch die schnelle und unkomplizierte Aufnahme weiterer Flüchtlinge in die EU geschehen. Auch Bürgerschaftliches Engagement hier vor Ort zur Unterstützung der Neuankömmlinge würde helfen.“

PEER STEINBRÜCK IN KARLSRUHE - DIE JUSO-HOCHSCHULGRUPPE WAR DABEI UM "KLARTEXT" ZU SPRECHEN

Am vergangenen Freitag wurde der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vom Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern und einigen Genossinnen und Genossen in der Stadthalle Karlsruhe empfangen. Steinbrück reist derzeit mit dem Format „Klartext“ durch die Bundesrepublik und geht auf Tuchfühlung mit dem Bürger.

Keinen typischen Politikermonolog wolle er halten, sondern zuhören sowie Rede und Antwort stehen – und das tat er am vergangenen Freitag bei bester Laune. Fast drei Stunden nahm er sich Zeit für die Fragen der Bürger*innen zu seiner Person, seinen Themen und dem anstehenden Wahlkampf. Niemand solle scheuen, sich zu melden und etwas zu sagen. Schlechte Fragen gebe es nicht, nur schlechte Antworten. Diesem Credo folgend nahmen zahlreiche Teilnehmer*innen das Angebot wahr, dem Kanzlerkandidaten zu sagen, wo ihnen der Schuh drückt. Unter den Redebeiträgen gab es viele positive Kommentare zu seiner Person und dem SPD-Wahlprogramm, aber auch kritische Stimmen. Steinbrücks Forderung nach dem gesetzlichen Mindestlohn, der Vermögenssteuer und der Bürgerversicherung wurden von großem Applaus begleitet. Die Energiewende, Europa und die doppelte Staatsbürgerschaft, die Zustände in Pflegeeinrichtungen, sowie die Entlohnung der Pfleger*innen waren nur einige Themen, die von den Teilnehmer*innen angesprochen wurden.

Steinbrück antwortete auf alle Fragen sachlich und authentisch. Er gab sich selbstkritisch, was die Schlupflöcher für prekäre Beschäftigung nach der Agenda 2010 angeht, bedauerte aber auch, dass die SPD sich manchmal scheue, zu dieser in vielerlei Hinsicht wichtigen und guten Reform zu stehen.

Mit klaren Worten hat sich Steinbrück auch zu unseren Fragen zur Bildungs- und Hochschulpolitik geäußert. Eine Erhöhung des BAföG–Satzes wollte er nicht versprechen, aber er versicherte die Abschaffung des Kooperationsverbotes und zählte dies sogar zu einer seiner ersten Amtshandlungen, sollte er Kanzler werden.

Einer völligen Abschaffung der Drittmittelfinanzierung in der Forschung erteilte er eine klare Absage. Auch hier trifft er auf Befürworter in der Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe, die sich Ende letzten Jahres beim Bundeskoordinierungstreffen der Hochschulgruppen gegen eine kategorische Abschaffung der Drittmittelfinanzierung aussprach. Doch insgesamt braucht Steinbrück hier noch etwas Nachhilfe. Wir werden unseren Reformvorschlag einer Drittmittelquote weiter einbringen!

Zusammenfassend konnten die Bürgerinnen und Bürger an diesem Abend einen angriffslustigen, kompetenten und ehrlichen Peer Steinbrück erleben, der keine falschen Versprechungen macht. Doch wir werden auch weiterhin "Klartext" sprechen und unsere Forderungen in den Bereichen Hochschulfinanzierung, Regelstudienzeit und BAföG in den Bundestagswahlkampf einbringen!

EINLADUNG: ZWEI JAHRE BÜRGERKRIEG IN SYRIEN - ZWISCHEN AUFSTAND UND FLUCHT

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Berichterstattung über die Situation in Syrien ist zu einem festen Bestandteil in den Medien geworden. Vor genau zwei Jahren begann der Aufstand, der bis heute landesweite Ausmaße angenommen hat und bereits 70.000 Todesopfer forderte. In den Medien wird von Revolution und Bürgerkrieg gesprochen. Doch nehmen wir die Geschehnisse in Syrien in ihrer Dauerpräsenz überhaupt noch wahr? Wir, das sind die Amnesty International Hochschulgruppe, Juso-Hochschulgruppe sowie die Stipendiat*innengruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung, sind davon überzeugt, dass die humanitäre Katastrophe in Syrien unsere Aufmerksamkeit erfordert.

Zusammen mit unseren Referent*innen, Podiumsgästen und Diskussionsteilnehmer*innen wollen wir mehr über die Lage der Menschen vor Ort erfahren. Wir möchten eine ergebnisoffene Diskussion über die Menschenrechts- und Flüchtlingssituation in Syrien sowie „unsere“ Rolle und Verantwortung in diesem Konflikt führen. Was können, müssen und dürfen wir alle tun? Welche Appelle sind an die politischen Akteure in Syrien als auch in Europa zu richten, um die Flüchtlingsproblematik in der Region einzudämmen? Welche Perspektive hat Syrien – wie lange wird das Land brauchen, um zur „Normalität“ zurückzukehren?

Dazu haben wir folgende Podiumsgäste eingeladen:

  • Patricia Günther, Hebamme bei „Ärzte ohne Grenzen“ mit Erfahrung in der Flüchtlings-Hilfe in Syrien
  • Jürgen Blechinger, Jurist sowie Flüchtlings- und Islamexperte der evangelischen Landeskirche Baden
  • Ahmad Aboustif, Vorsitzender des Vereins „Karlsruhe hilft Syrien“ und ehemaliger Ausländerreferent des UStA
  • Parsa Marvi, SPD-Bundestagskandidat aus Karlsruhe

Wir möchten Euch dazu einladen, an dieser Podiumsdiskussion

am Freitag, den 15.03.2013 ab 19:00 Uhr im Hörsaal 9 in Gebäude 20.40 des KIT-Campus Süd (Englerstraße)

teilzunehmen und Eure Fragen sowie Meinungen einzubringen. Nähere Informationen findet Ihr im angehängten Flyer und auf Facebook. Wir freuen uns auf Euer Kommen. Gerne dürft Ihr diese Einladung an Interessierte weitergeben. Bitte beachtet, dass das Fotografieren aus Rücksicht auf einige arabischstämmige Studierende, die im Falle einer Identifikation Konsequenzen für die Familien in ihren Heimatländern befürchten müssten, während der gesamten Veranstaltung untersagt ist.

Solidarische Grüße
Eure Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe

DAUERHAFTE RAUMÄNDERUNG: SITZUNGEN IM GRUPPENRAUM

Da unsere Gruppe im vergangenen Jahr erfreulicherweise enorm gewachsen ist, reicht unser bisheriger Sitzungsraum im Z10, das "Sitzungszimmer" im 1. OG kaum noch aus. Daher wechseln wir ab sofort in den ein Stockwerk höher gelegenen und deutlich geräumigeren "Gruppenraum". Darin können wir nicht nur unsere allwöchentlichen Gruppensitzungen sowie die mindestens einmal im Semester stattfindende Versammlung all unserer aktuell über 20 Mitglieder abhalten, sondern auch (kleinere) spannende Veranstaltungen durchführen. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn auch dieser Raum zu klein für unsere Gruppe sein wird ;-)

Sneak-Preview in der Schauburg

11.03.2013 20:30

Anstatt der Gruppensitzung besuchen wir am 11. März 2013 gemeinsam die Sneak-Preview in der Schauburg ab 21:00 Uhr. Du willst uns bei dieser Gelegenheit kennenlernen? Dann trage Dich einfach in diesen Doodle ein. Treffpunkt 20:30 Uhr vor der Schauburg – wir freuens uns auf Dich!

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