UKRAINE-KRISE: GERNOT ERLER (MDB) HÄLT VORTRAG AM KARLSRUHER INSTITUT FÜR TECHNOLOGIE

Dr. Gernot Erler (MdB), Staatsminister des Auswärtigen Amtes und Russlandbeauftragter der Bundesregierung war zu einem Vortrag und einer Publikumsdiskussion zu Besuch am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Unter dem Titel Russland, Ukraine und der Westen : Politische Hintergründe und Auswege, hatten die Juso-Hochschulgruppe und das Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften und Studium Generale am KIT (ZAK) zu diesem aktuellen Thema eingeladen. Der Abend begann mit einer szenischen Lesung eines Ensembles des Badischen Staatstheaters aus dem ukrainischen Stück „Hohe Auflösung“.

Nach der darauf folgenden Begrüßung durch Niklas Horstman (Juso-Hoschulgruppe), bei der er bereits viele kritische Fragen aufwarf, richtete der Geschäftsführer des ZAK, Jens Görisch, ein Grußwort an die weit über 300 anwesenden Zuhörer und Gäste. Daraufhin stellte er den Gast in einer detaillierten Sichtweise vor und übergab das Wort mit einem Zitat des russischen Dichter Tjuttschew an Gernot Erler.

Gernot Erler begann seinen in fünf Kapitel unterteilten Vortrag mit der Darstellung der aktuellen Lage in der Ukraine und wie es dazu kam. Er verurteilte die widerrechtliche Gefangennahme der OSZE-Beobachter durch prorussische Separatisten und kritisierte die „destabilisierenden Machenschaften“ Russlands. Als es in seinem Vortrag um die Rolle der Euopäischen Union (EU) ging, bekräftigte Erler, dass die EU das Ziel verfolge ,,grenzübergreifende Zusammenarbeit zu fördern”, um auf diese Art und Weise Stabilität herzustellen Besondere Bedeutung sprach Russlandbeauftragte der Revolution rund um den Majdan zu. Die Geschehnisse hätten zu einer ,,Systemauseinandersetzung” geführt. Die russische Seite betrachte die Revolution in der Ukraine jedoch weiterhin als „faschistischen Staatsstreich”. Für russische Machthaber sei dieser „Regimechange von unten” die größte Provokation, verbunden mit der Angst vor einer ,,Infektion bis nach Russland”.

Der Staatsminister kritisierte außerdem, dass Russland „prorussische Separatisten mindestens dulde, wenn nicht sogar unterstütze“ um die Lage chaotisch zu halten, welches wiederum ein Argument für weiteren politischen Einfluss sein könne. Zum Schluss gab Gernot Erler einen kurzen Ausblick und stellte klar, dass auch ohne den Konflikt mit Russland die Ukraine momentan genügend Probleme habe. Unter anderem stehe der Staat kurz vor dem bankrott und es gäbe bereits Zweifel an einem gelungen Systemwechsel. Der Westen solle deeskalierend Handeln und „sich gut überlegen wie es weitergeht“. Nach diesem informativen Vortrag hielten Alexej Gerstenmaier, geboren in Moskau, und Jürgen Schmidt, die Mutter seiner Tochter ist Ukrainerin, kurze und persönliche Reden, die versuchten andere Sichtweisen der Situation darzustellen.

Abschließend kam es zu einer Publikumsdiskussion bei der Erler einige Fragen beantwortet. Timona Ghosh, Sprecherin der Juso-Hoschulgruppe, war begeistert vom regen Andrang der Veranstaltung. ,,Wir sehen, dass das Thema viele Menschen in Deutschland bewegt. Veranstaltungen wie diese tragen zur Aufklärung der Lage bei und können Spekulationen oder Gerüchte zerstreuen”.

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